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 Reisemagazin - Ungarn
Bad, Wein und Liebe
Sie ist die nach Budapest älteste Kurstadt Ungarns, eine der schönsten Barockstädte des Landes, tausendjähriger Bischofssitz und heute Erzbistum: Eger. Den Zusatz "Stadt der Heimatliebe" verdankt sie den überlieferten Heldentaten des Burgkommandanten István Dobó. >
Er war es, der im Jahr 1552 eine Belagerung von Burg und Stadt durch ein 80.000 Mann starkes Türkenheer mit gerade einmal 2.000 Soldaten und der Unterstützung mutiger Frauen abwehrte. Erfolgreich war dagegen die Türkenbelagerung 1596, die eine fast hundertjährige Besatzung bis 1687 zur Folge hatte und Eger zum Sitz der neugegründeten osmanischen Provinz Wilajet machte. Bäder, Moscheen und andere orientalische Gebäude, von denen nur noch das über 93 Stufen erreichbare, 40 Meter hohe Minarett als nördlichstes in Europa erhalten gebliebenes Türken-Bauwerk steht, prägten in dieser Zeit das Stadtbild.
Zurückgeblieben ist jedoch die Badetradition der Besatzer: ihr malerisches Bad im Herzen der Altstadt, unterhalb der imposanten Burg-Kulisse, wurde rekonstruiert und wird noch immer für Therapien genutzt. Das angrenzende moderne Thermalbad wurde unlängst um ein Erlebnisbad mit Wasserburg und anderen Aktivelementen erweitert. Es bietet auf über fünf Hektar ein Thermal-, Heil- und Freizeitareal und ist Teil des südöstlich der Altstadt liegenden Bäderviertels mit seinen radioaktiven Heilquellen, deren erste Nutzung bis in das 14. Jahrhundert zurückgeht.
Das Wasser wird zu Behandlung von Erkrankungen des Bewegungsapparates empfohlen und hilft auch bei Rheuma. Hier ist auch das atmosphärische Kur-, Konferenz- und Stadthotel Flóra von Hunguest zu finden, ein vierstöckiger Komplex mit 184 Zimmer inmitten Jahrhunderte alter Bäume. Das nur wenige Kilometer entfernte Egerszalók beeindruckt durch die Besonderheit der hier austretenden Heilquelle: Das vom Berghang herabfließende Thermalwasser hinterlässt schneeweiße Kalkablagerungen, die an die terrassenartigen Wasserbecken des türkischen Pamukkale erinnern.
Noch immer setzt man in Eger auf den aus dem 16. Jahrhundert überlieferten Spruch, dass "Bad, Wein und Liebe" die Gesundheit erhalten. Nicht ohne Grund: Die Stadt ist die Heimat des legendären Rotweines "Erlauer Stierblut", dessen Geschichte, wie das Bad selbst, ebenfalls eng mit den Türken verbunden ist. Die bekannteste Kellerzeile der Weinregion liegt im Szépaszony völgye, dem "Tal der schönen Frauen", wo seit dem Mittelalter Weine gekeltert und gelagert werden - in jahrhundertealten tief in den Berg hineingetriebenen Kalksteinkellern.
Paul Balthasar, www.xxl-news.de
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